Endlich: Es kann losgehen – Der Projektvertrag für den Kita-Neubau Gerolstein ist unterschrieben!

Es ist ein wichtiger Tag für die Stadt Gerolstein und ihre kleinsten Mitbürger/innen: Mit der Unterzeichnung des Vertrages über eine „öffentlich-private Partnerschaft“ für den Neubau und die Bewirtschaftung einer Kindertagesstätte ist am 02.07.2012 der Startschuss für die Realisierungsphase der größten Einzelinvestition in der Geschichte der Stadt gefallen. Projektpartner der Stadt ist die „Arbeitsgemeinschaft nesseler-grünzig bau gmbh (Aachen)/ Weisenburger Wohnbau GmbH (Halle an der Saale)“.

 

 

An der Raderstraße in Gerolstein, gegenüber des Hallenbades, werden in wenigen Wochen die ersten Bauarbeiter und Bagger anrücken und mit den Arbeiten für die neue Kindertagestätte beginnen. Der Kita-Neubau mit acht Gruppen ist erforderlich, um den künftigen Bedarf an Kindergartenplätzen zu decken. Zukünftig haben Kinder ab dem ersten Lebensjahr einen Anspruch auf Betreuung, so dass die Zahl der benötigen Kita-Plätze bundesweit deutlich steigen wird. Die neue Einrichtung in Gerolstein soll darüber hinaus mittelfristig den Kindergarten Lindenanlage, der „in die Jahre gekommen ist“, vollständig ersetzen.

 

Perspektive Eingang

 

Der Stadtrat Gerolstein hatte im Juni 2011 beschlossen, den Neubau der Kita als „ÖPP-Projekt“ auszuschreiben und damit ein Vorhaben mit Modellcharakter in Rheinland-Pfalz angestoßen: die Kita Gerolstein ist das erste kommunale Neubauvorhaben im Land, das in enger Partnerschaft mit Privatunternehmen errichtet und betrieben wird.

 

In einem europaweiten Teilnahmewettbewerb und der anschließenden Ausschreibung konnte sich die „Bietergemeinschaft nesseler-grünzig/ Weisenburger“ mit ihrem Konzept und ihrem Angebot gegenüber fünf Mitbewerbern durchsetzen. Gegenstand des jetzt unterzeichneten Vertragswerkes ist zunächst die Errichtung des Kita-Gebäudes mit einer Netto-Grundfläche von 1.700 qm auf zwei Geschossen. Zu der Baumaßnahme gehört auch die Gestaltung der Außenflächen (Grünflächen, Spielplätze und. Spielgeräte, Parkplätze und Zuwegungen, Zaunanlage). Die Gesamtinvestitionskosten werden mit 3,948 Mio. € als Pauschalfestpreis vereinbart.

 

Zu diesen Investitionskosten hat die Stadt Zuschüsse des Landes und des Landkreises Vulkaneifel in Höhe von insgesamt rd. 650.000 € beantragt, so dass der Eigenanteil der Stadt bei rd. 3,3 Mio. € liegen wird.

 

Neben der Errichtung des Gebäudes wird auch die Bewirtschaftung der Kita für die Dauer von 25 Jahren an eine Tochtergesellschaft der „nesseler-gruppe“ übertragen. Die Bewirtschaftung umfasst das Gebäudemanagement, die Hausmeister- und Reinigungsdienste, die Wartung und Instandhaltung des Gebäudes und der technischen Anlagen sowie Schönheitsreparaturen. Auf diese Weise wird ein ordnungsgemäßer Betrieb der Kita über die gesamte Vertragslaufzeit sichergestellt. Am Ende der Laufzeit wird das Objekt funktionstüchtig und betriebsbereit der Stadt in eigene Verantwortung übergeben. Für die Bewirtschaftung und Instandhaltung leistet die Stadt eine Vergütung von 120.000 € jährlich; dieser Betrag ist an einem Preisindex gekoppelt und ansonsten für die Vertragslaufzeit fest vereinbart.

 

In aufwendigen Berechnungen wurde nachgewiesen, dass die ÖPP-Variante über die gesamte Vertragslaufzeit wirtschaftlicher ist als eine konventionelle Eigenrealisierung durch die Kommune. Alle Zahlungen, die für die Stadt in den nächsten 25 Jahren anfallen bzw. anfallen würden, wurden für beide Beschaffungsformen gegenübergestellt. Auf diese Weise wurde errechnet, dass die ÖPP-Variante mit Beteiligung eines privaten Partners um 7,6 % wirtschaftlicher ist als der Bau und die Bewirtschaftung der Kita in alleiniger Verantwortung der Stadt. Der Nachweis der Wirtschaftlichkeit war wesentliche Voraussetzung für eine positive Stellungnahme des Landesrechnungshofes und die kommualaufsichtliche Genehmigung durch die Kreisverwaltung Vulkaneifel.

 

Neben dem wirtschaftlichen Vorteil erkennt Stadtbürgermeister Bernd May weitere positive Auswirkungen der ÖPP-Variante: „Unsere neue Kita hat durch die umfassende Ausschreibung von Planungs-, Bau- und Serviceleistungen deutlich an Qualität gewonnen, sowohl architektonisch, als auch in technischer Hinsicht. Durch die vertragliche Fixierung von Festpreisen kann es für die Stadt beim Bau und dem späteren Betrieb keine bösen Überraschungen geben – wir wissen heute, was uns die Kita über 25 Jahren kostet und können mit diesen Zahlen planen. Ein weiterer großer Vorteil besteht darin, dass laufend in die Gebäudeunterhaltung investiert wird und die Stadt Gerolstein somit am Ende der Zusammenarbeit eine gepflegte, funktionierende und werthaltige Immobilie übernimmt.“

 

Die Stadt Gerolstein wurde während der Vorbereitungs- und Ausschreibungsphase sowie bei den abschließenden Vertragsverhandlungen von einem kompetenten Beraterteam unterstützt: Das „PPP-Kompetenzzentrum bei der PER – Projektentwicklungsgesellschaft Rheinland-Pfalz“ – einer Tochtergesellschaft des Landes war in erster Linie für die Erstellung der Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen verantwortlich. Die baufachliche Beratung erfolgte durch das Büro „pbs-architekten“ (Aachen/ Leipzig), das über vielfältige Erfahrungen in der Planung von Kindertagestätten sowie in der Begleitung von PPP-Projekten verfügt. Die „vbd – Beratungsgesellschaft für Behörden mbH“ unterstützte die Stadt bei der Ausschreibung der Gebäudemanagementleistungen und durch Begleitung des Vergabeverfahrens in wirtschaftlichen und juristischen Fragen.

 

Als Vertragspartner für das Kita-Projekt stehen der Stadt die beiden mittelständigen Unternehmen „nesseler-grünzig“ aus Aachen und „Weisenburger“ aus Halle (Saale) gegenüber. Stadtbürgermeister May: „Alle Gespräche seit Beginn unserer Zusammenarbeit wurden in sehr angenehmer Atmosphäre, professionell und absolut zielorientiert geführt. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir die richtigen Vertragspartner gefunden haben und die auf lange Zeit angelegte Zusammenarbeit in partnerschaftlichem Verhältnis stattfinden wird und wir auch bei immer mal möglichen Unstimmigkeiten schnelle und einvernehmliche Lösungen finden werden.“

 

Seitens der „Arbeitsgemeinschaft nesseler grünzig bau und Weisenburger Wohnbau“ wurde auch die partnerschaftliche und sehr zielorientierte Zusammenarbeit mit der Stadt und dem Beraterteam hervorgehoben. Als Ergebnis wurde ein architektonisch gelungenes Gebäude, das die schwierige Grundstücksituation vorteilhaft aufnimmt, geplant. Mit Blick auf die zukünftigen Betriebskosten ist zudem eine passivhausgerechte Hülle und der Einsatz eines Micro- BHKW in die Planung eingeflossen. Bei der Betrachtung über den Lebenszyklus einer Immobilie kann es sinnvoll sein, in der Planungs- und Realsierungsphase Geld in die Hand zu nehmen, um dann den Betrieb wirtschaftlicher gestalten zu können. Dies geht nur wenn alle Leistungen in einer Hand sind und ganzheitlich betrachtet werden. Beide mittelständischen Unternehmen engagieren sich seit Jahren in dem in Deutschland noch jungen Realisierungsverfahren des „ÖPP“ und haben bereits ÖPP-Projekte ausgeführt. Beim Projekt der Kita in Gerolstein hat man dazu die Kompetenzen gebündelt.

 

Bernd Weisenburger, Stadtbürgermeister Bernd May und Karl-Peter Arnolds (GF nesseler-grünzig bau) unterzeichnen den Projekt-Vertrag für die Kita Gerolstein

 

Die Fertigstellung der Kindertagesstätte einschließlich der Außenanlage ist vertraglich für Mai 2013 zugesichert, so dass die künftigen Nutzer – rd. 160 Kinder und ihre rd. 20 Betreuerinnen – spätestens mit Beginn des Kindergartenjahres 2013/ 2014 dort einziehen können.

 

Stadtbürgermeister May und alle, die an dem Projekt mitarbeiten, versprechen den Kindern, Eltern und Erzieherinnen: „Der neue Kindergarten wird jetzt endlich gebaut – und er wird richtig toll!“